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In den nächsten 25 bis 50 Jahren
wird laut Klimaprognosen die Untergrenze für schneesichere Schigebiete von 1200
auf 1500m über dem Meeresspiegel ansteigen. Was zu bedeuten hat, dass die Zahl
der Beschneiungsanlagen und die Verwendung von chemischen Zusatzstoffen weiter
steigen wird! Landwirtschaft und Naturschutz befürchten
Veränderungen der Produktivität und Zusammensetzung der Vegetation.
Kurzer Überblick
Künstlicher Schnee besteht aus feinen Eispartikeln. Gravierende Unterschiede zu natürlichem Schnee bestehen in Konsistenz, Form und Verhalten. Während der natürliche Schnee als Eiskristall langsam wächst und die bekannten und beliebten, teils großformatigen Schneeflockenform aufweist, wird Kunstschnee erzeugt indem Wasser in kalter Luft zerstäubt wird. So entstehen kleine geformte Eiskristalle, die sich durch die geringe Fallhöhe schnell wieder am Boden niederschlagen und eine Puder- bis reifartige Konsistenz besitzen. Die Beschaffenheit des Kunstschnees macht ihn schwerer und dichter als natürlichen Schnee, er ist resistenter gegen Tauwetter und Regen und bildet relativ rasch eine sehr harte Schicht (Harsch), die neues Beschneien erfordert, um die Pisten befahrbar zu halten.
WAS
IST KUNSTSCHNEE? Zum Produzieren von Kunstschnee benötigt man Wasser, Luft und Energie. Die Schneekanonen versprühen das Wasser durch Düsen mit einer großen Luftmenge in feinste Tröpfchen. Ein Teil des Wassers verdunstet und entzieht der Umgebungsluft die Wärme. So unterkühlt der größte Teil der Tröpfchen und gefriert. Kleine Eiskristalle und gefrorene Wasserkügelchen fallen als Kunstschnee zu Boden. Erst bei Lufttemperatur unter –3°C, weniger als 80% Luftfeuchtigkeit, und einer Wassertemperatur von 2°C soll Kunstschnee erzeugt werden.
Wie
wird Kunstschnee erzeugt ? Zur
Erzeugung von Kunstschnee benötigt man
Es gibt 2 verschiedene Systeme künstlichen Schnee zu erzeugen:
WOMIT
WIRD KUNSTSCHNEE ERZEUGT ?
Der bisherige Energieeinsatz beträgt 0,2 bis etwa 0,8kWh pro Quadratmeter Beschneiungsfläche. Beim Energieverbrauch bestehen große Unterschiede je nach Standort, System, Wasserbeschaffung und Klimabedingungen. Große Anlagen mit mehreren Schneekanonen verbrauchen über 500 000 kWh pro Saison. Zum Vergleich: ein 4-Personenhaushalt verbraucht zwischen 3000 und 7000 kWh jährlich. Der heutige Trend ganze Pisten zu beschneien erhöht den Energieverbrauch drastisch. Für die Tiroler Wasserkraftwerke TIWAG zählen Schneekanonen- zu den ungünstigsten Stromverbrauchern, da sie meist nur in den am stärksten belasteten Wintermonaten in Betrieb sind. „ Außerdem wird hochwertiges und zur Stromerzeugung dringend gebrauchtes Trinkwasser wieder in Schnee zurückverwandelt, um dann letzten Endes zu einer Zeit, in der das Wasserangebot ohnehin hoch genug ist, wieder als Schmelzwasser zur Verfügung stehen.“ (Umweltbundesamt Österreich) WasserPro Saison rechnet man mit einem Wasserverbrauch von 200 bis 600l pro Quadratmeter Beschneiungsfläche. Das Wasser wird Bächen, Flüssen, Quellen oder der Trinkwasserversorgung – ausgerechnet in extrem wasserarmen Zeiten, bei Frost – entzogen. Bei einer Idealtemperatur von unter –11°C ist die Wasserentnahme am höchsten, da die Kanonen mit Vollgas beschneien können. Bei so starkem Frost ist in der Natur alles freie Wasser gebunden, Bäche und Quellen haben ihr Niedrigstwasser. Wenn die Wassertemperaturen des Grund- und Quellwassers zu hoch sind, werden Kühltürme gebaut. Der Bau von Staubecken soll die Wasserversorgung der Beschneiungsanlagen sichern.
Kunstschneeerzeugung beeinflusst die Umwelt in vielfältiger und überwiegen unerforschter Art und Weise :
v
Der
hohe Wasserverbrauch stört das ökologische Gleichgewicht der Vorfluter
(Quellen, Flüsse, Bäche) , die im Winter ohnehin nur wenig Wasser führen. v
Die
Lawinen- und Erdabrutschgefahr wird durch den erhöhten Schmelzwasseranfall
verstärkt. v
Das
Ausapern beschneiter Flächen verzögert sich gegenüber dem natürlichen
Abtauen um durchschnittlich 2 Wochen. Diese Verkürzung der Vegetationsperiode
erschwert die Entwicklung gerade spätblühender Arten, die Artenvielfalt kann
zurückgehen. v
Das
verwendete nährstoffreichere Wasser kann zu einer Verschiebung des
Pflanzen-Artenspektrums führen. v Die Dichte der Schneedecke und verlängerte Schneebedeckung im Frühjahr vermindern die Sauerstoffversorgung im Boden, was Fäulnis und Schimmelbildung zur Folge haben kann.
v
Die
Lärmbelastung durch
(meist nachts) laufende
Beschneiungsanlagen kann bei entsprechender Schallwirkung gerade in engen Tälern
enorm sein. Trotz einzuhaltender Grenzwerte können für Anwohner und Urlaubsgäste
in der Nähe einer Anlage erhebliche Ruhestörungen auftreten. Auch die Tiere fühlen
sich durch die so und so kritische
Winterzeit und den Lärm gestört und, kann sich auch bei ihnen belastend
auswirken. v
Kunstschnee
führt zu einer Attraktivitätssteigerung eines Schigebietes, da auch in
den klimatisch ungünstigen Phasen Schneegarantie vorhanden ist, was zu bedeuten
hat, dass eine weitere Zunahme der Touristenzahl zu befürchten ist. v Ein Vorteil des künstlichen Schnee ist, dass Boden und Vegetation durch die geschlossene Schneedecke vor mechanischen Schäden (Pistenraupen usw.), aber auch vor Frostschäden geschützt werden.
Quellen: www.skiresort.de/deutsch/kunstschnee.htm www.slf.ch/lebensraum-alpen/kunstschnee-umwelt-de.html www.wsl.ch/info/jb00/Kunstschnee.PDF www.allgaeutouren.de/ain/spirale/snow.htm home.t-online.de/home/ivg.fsb/page7.htm Alpine Vegetation (Diplomarbeit) |