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TRINKWASSER Wasser ist die chemische
Verbindung von Wasserstoff und Sauerstoff, H2O. Je nach Druck und Temperatur kann Wasser flüssig oder gasförmig in Form
von Eis fest werden. Natürliches Wasser ist immer „ verunreinigt“. Nach dem
Salzgehalt unterscheidet man Süßwasser ( mit weniger als 0,05 % Salzanteil),
Salzwasser und Brackwasser. Wasser ist eine farb-, geruch- und geschmacklose Flüssigkeit. Es zerfällt bei hohen Temperaturen (1500°C) in Wasserstoff und Sauerstoff: 2 H2O à 2 H2 + O2 Auf Grund seiner hohen
und spezifischen Schmelz- und Verdampfungswärme ist es für den Wärmehaushalt
der Natur ein guter Wärmespeicher, der starke Temperaturschwankungen
ausgleicht. Da Wasser von 4°C dichter ist als Eis, schwimmt Eis an der
Wasseroberfläche und Gewässer gefrieren daher von oben nach unten. Wasser ist die Grundlage
allen Lebens und jeder Entwicklung. Ohne Wasser kann kein Leben existieren. Auf
dem Land lebende Tiere und der Mensch selbst bestehen zu 60-70% aus Wasser. Ein
Verlust von 10% ist für sie bereits tödlich. Doch Wasser scheint
unbegrenzt vorhanden zu sein. 71% der Erdoberfläche sind damit bedeckt, das
gesamter Wasservolumen unseres Planeten beträgt rund 1,4 Milliarden Kubikkilometer.
Die Gesamtmenge des Wassers bleibt konstant, denn Wasser kehrt über Verdunstung
und Regen immer wieder in den Wasserkreislauf zurück. Wasser ist dabei eines
der Hauptklimaelemente, und der Wasserkreislauf wird durch Klimaveränderungen
und Klimaschwankungen beeinflusst. Siehe Darstellung des
Wasserkreislaufes!
Aufbereitung von
Trinkwasser
DestillationSie ist die älteste Methode um „reines Wasser“ zu erhalten. Auf diese Weise kann man alle Inhaltsstoffe als Rückstände abtrennen. Dieses Verfahren führt zu „destilliertem Wasser“ ist aber auf Grund der hohen Energiekosten in großem Maßstab unwirtschaftlich. DenitrifikationHerabsetzung des Nitratgehaltes durch Mikroorganismen – ist notwendig , um eine Überschreitung des Nitrat Grenzwertes bei Grundwasser zu vermeiden. Trinkwasser aus dem MeerDurchschnittlich enthält Meerwasser pro Liter 10,6 g Natrium, 19 g Chloride, 2,6 g Sulfate, 1,3 g Magnesium sowie Kalzium, Kalium, Bicarbonat, Bromide und andere Stoffe in geringer Konzentration. Der Gesamtgehalt liegt bei rund 3,5 %, während für Trinkwasser höchstens 0,25 Promille angestrebt werden. Für die Bewässerung sind bis zu 0,2% und für die industrielle Nutzung 0,5 Promille tolerierbar. Es gibt inzwischen verschiedene Verfahren, um die Salze aus dem Wasser abzuscheiden: ·
Mehrstufige
Entspannungsverdampfung: das
salzhaltige Wasser wird in einem Erhitzer auf 120° C gebracht und in
hochkonzentrierte Salzbrühe und kondensierenden Wasserdampf geschieden. Dieses
Verfahren verbraucht jedoch Unmengen an Strom. ·
Umkehr- Osmose:
Mit einem Druck von 60 bis 100 bar wird Salzwasser durch eine „osmotische“
Membrane gedrückt. Diese Membrane hält die Salze zurück und lässt das
salzfreie Wasser durch. Für 1000 Liter Wasser werden „nur“ fünf bis zehn
Kilowattstunden Strom benötigt. ·
Elektrodialyse:
Die positiv und negativ geladenen Salz-Ionen werden in einem elektrischen Feld
getrennt und wandern dabei durch eine Membrane in die jeweilige Elektrodenkammer.
In dem Gefäß bleibt das salzfreie Wasser zurück. ·
Gefrierentsalzung:
Da bei der Eisbildung zunächst nur Wasser gefriert und Salze in konzentrierter
Lösung übrig bleiben, kann das Eis in einem komplizierten und
energieaufwendigen Verfahren von den Salzen getrennt werden. ·
Solare Entsalzung:
Ein Verfahren bei dem Wasser in einer Art von Treibhaus kondensiert. Der Flächenbedarf
dafür ist groß: 1m² zur Gewinnung von zwei bis fünf Litern Wasser am Tag.
Die Kosten betragen 5,10 € pro 1000 Liter Wasser. WasserhärteAls Wasserhärte
bezeichnet man die in Wasser gelösten Calzium- und Magnesium- Ionen und sie
wird in „deutschen Härtengraden“ (°d) angegeben. 1 °d entspricht 10 mg
CaO pro Liter Wasser. Man unterscheidet „temporäre“ (Carbonathärte,
durch Erhitzen entfernbar) und „permanente“ Härte (bleibt
auch beim Erhitzen erhalten). · Weiches Wasser schmeckt nicht gut hat aber gute Wascheigenschaften. ·
Hartes Wasser schmeckt gut hat
aber ungünstige Wascheigenschaften da die Seife nicht schäumt, weil Ca- Ionen
und Mg-Ionen mit Seife unlösliche und harte Ablagerungen bilden. Wird hartes
Wasser erhitzt, entweicht das Kohlendioxid, Kesselstein setzt sich ab und das
Wasser wird weich. Wasserenthärtung:
Kläranlagen
·
Mechanische Klärung:
Kann ungelöste Stoffe entfernen und ist die erste Reinigungsstufe. Siehe Darstellung der mechanischen Klärung!
·
Biologische Klärung:
Gelöste und kolloidale Verunreinigungen werden unter Sauerstoffzufuhr von
Mikroorganismen abgebaut. Dabei vermehren sich die Mikroorganismen. Der
Bakterienschlamm setzt sich im Nachklärbecken ab und wird teilweise rückgeführt,
der Rest wird entsorgt. Siehe Darstellung der biologischen Klärung! Wasserverbrauch In Österreich verbraucht eine Person am Tag durchschnittlich 150 Liter ( ca. 50 l für Klospülung, 43 l Baden, 20 l Wäschewaschen, 9 l Körperpflege, & l Geschirrspülen, 3 l für Trinken und Kochen). Zum Vergleich verbraucht ein US- Amerikaner Mitte der neunziger Jahre 630 l pro Tag, in Israel waren es 400 l, und für Israelis, die in besetzten wasserarmen palästinensischen Gebieten leben, sogar 580 l. Mit an der Weltspitze des Wasserverbrauchs dürfte Kalifornien liegen mit allein 647 000 randvollgefüllten Swimmingpools! Wasserqualität
Neben dem Wassermangel tritt in vielen Ländern (nicht in Österreich!) das Problem der schlechten Wasserqualität. Alle acht Sekunden stirbt weltweit ein Kind durch verseuchtes Wasser, jeder zweite Bewohner eines Entwicklungslandes ist deshalb mindestens einmal im Jahr krank, jährlich werden insgesamt 3,3 Milliarden Erkrankungsfälle registriert, die vom schweren Durchfall über Typhus bis zu Cholera reichen. Hinzu kommen noch Krankheiten, die nicht durch Trinkwasser selbst hervorgerufen werden, aber wasserbezogen sind - die Krankheitsüberträger Mücken und Fliegen, die im Wasser leben. Sie können Flussblindheit, Malaria, Denguefieber oder Trachom verursachen.
Quellen: Schulbuch der 7. Klasse; „ Chemie: Probleme, Themen, Fragen“ von W. Graham Richards; „ Umwelt und Chemie von A-Z“ von Chemie Österreich; „ Handbuch der Schulchemie 1“ von Kinttof-Wagner; |