Das
Prinzip der Bombe
Die
Atombombe funktioniert durch Atomspaltung (= Kernspaltung). Dazu braucht
man ein großes, wobbeliges Atom, das durch den Treffer eines Neutrons in
zwei Teile zerfällt. Dabei wird Energie frei. Große Atome sind zum
Beispiel Uran oder Plutonium, allerdings nur bestimmte Isotopen davon, die
gar nicht einfach herzustellen sind. Beim Zerfall eines solchen Atoms in
zwei Hälften werden praktischerweise gleich zwei Neutronen frei,
die wiederum jeder für sich ein weiteres Atom spalten können. Das ist
also die Kettenreaktion. Skizze:

Damit
dieser Vorgang der Kernspaltung so richtig gut funktioniert, ist eine
entsprechend große Masse an spaltbarem Material notwendig. Das nennt man kritische
Masse. Als spaltbare Materialien kommen Uran-235 und
Plutionium-239 in Frage. Die kritische Masse von Uran liegt bei über 50
kg, die von Plutonium bei nur 7 kg.
Eine
Bombe besteht im Prinzip aus zwei unterkritischen Halbkugeln, die
gegeneinander gedrückt werden, wodurch die Masse überkritisch wird. Zusätzlich
wird die kritische Masse nun von außen mit Neutronen beschossen, und die
Kettenreaktion geht los.
Die
Hiroshima-Bombe
Die
Hiroshima Bombe bestand aus 60 kg Uran, das Zusammendrücken der beiden
Halbkugeln geschah mit einer Sprengladung.

Das
Gerät wog insgesamt satte 4,5 Tonnen (Stahlmantel inklusive, der den
Klescher erst so richtig heftig macht). Das rote "Nuclear Device"
ist der Neutronenspender, der die Kettenreaktion startet. Mit ganz
normalem Schießpulver werden die beiden Halbkugeln
gegeneinandergeschossen, die Masse wird überkritisch, durch den
Neutronenbeschuss kann die Kettenreaktion losgehen. Die Bombe war 3m lang
und 70cm im Durchmesser. Sie hieß "Little Boy".

Die
Nagasaki-Bombe
Die
Nagasaki Bombe benutzte Plutonium statt Uran, es wurde nur 8 kg Plutonium
benötigt, dennoch war die Sprengkraft dieser Bombe um die Hälfte höher
als die der Hiroshima Bombe. Dieses Gerät hieß "Fat Man", wog
ebenso rund 4,5 Tonnen, war auch 3 Meter
lang, hatte jedoch 1,5 Meter
Durchmesser.


Diese
Bombe benutzte einen Implosionszündungsmechanismus. Die unterkritischen
Teilmassen werden zu einer Kugel zusammengedrückt. So funktionieren übrigens
auch die modernen, für heutige Einsätze vorbereitete Atombomben.
Die
Sprengkraft einer Atombombe
Die
Sprengkraft einer Atombombe wird im Vergleich zur Sprengkraft von TNT
angegeben. TNT (Trinitrotoluol) scheint ein recht guter Sprengstoff zu
sein. Er explodiert mit einer Temperatur von rund 5000°C. Ein Kilo TNT fügt
einem Haus durchaus schweren Schaden zu. Ein paar Kilo, und das Haus fallt
zsamm. 150 Kilo, und das Haus ist weg. 1.000 Kilo, und es bleibt ein
ordentlicher Krater. 1.000.000 (eine Million) Kilo (das sind 1000 Tonnen),
und es klescht weißt eh wie. Auf Kilometer hinige Fensterscheiben,
Riesenkrater, 5000 Grad. Ka-Wummm.
Die
Hiroshima-Bombe hatte eine Sprengkraft von 15.000.000 Kilo TNT.

Man
sagt kurz 15 kt TNT. 15 Millionen Kilo. Unvorstellbar. Aber Achtung. Das
ist ja noch nicht alles. Wenn eine Atombombe explodiert, dann werden drei
Sachen frei: Hitze, Strahlung, und
Explosionsdruck. Aufgrund der hohen
Sprengkraft lässt man Atombomben übrigens in einer gewissen Höhe
explodieren, da der Wirkungsbereich damit größer wird. Die Hiroshima
Bombe explodierte in rund 580 Meter
Höhe, die in Nagasaki in rund 500 Meter
Höhe.
Hitze
Eine
Atombombe entwickelt im Explosionszentrum mehrere Millionen Grad Hitze.
Nach 1/10000 Sekunde hatte der Feuerball 28 Meter Durchmesser, nach einer
Sekunde 280 Meter. Das ist wie eine Sonne, im Unterschied zu dieser
allerdings sehr nahe. Schau im Sommer direkt in die Sonne, dann bekommst
Du ein dezentes Gefühl, wie hell die Hiroshima Bombe explodiert sein könnte.
Im Hypozentrum, das ist der Punkt am Boden genau unter dem Explosionsherd,
hatte es etwa 5 000 - 7 000°C. Bei 5 000° verdampft organisches
Material. Organisches Material, das sind Pflanzen, das ist Holz, das ist
aber auch Fleisch. Menschen verdampfen. Flusch, weg. Rückstandsfrei. Bis
auf einen Schatten, der für Bruchteile von Sekunden die Hitze abhielt,
daher konnte man die Schatten von Menschen erkennen. Bild.

Unvorstellbar:
Hier saß ein Mensch. Übrig blieb ein Schatten.
Die
Hitzeentwicklung der Bombe war so groß, dass sie im Umkreis von 2
Kilometern alles zerstörte, zum Teil durch schmelzen. Im Umkreis von 600
Metern schlugen keramische Dachziegel Blasen. Bis
1 000 Meter Entfernung schmolz Granit. Nur Stahlbetonstrukturen
blieben stehen, waren aber durch die große Hitze in der Stabilität
geschwächt und abrissreif. Im Umkreis von 3,5 Kilometern fing Holz Feuer.
1945 waren in Japan viele Häuser aus Holz gebaut. Nachdem die Bombe im
Zentrum von Hiroshima explodierte und die Stadt kaum mehr als 6km
Durchmesser hatte, wurden 90 % der Gebäude zerstört oder brannten
nieder.
Im Umkreis von 2 Kilometern brach ein Feuer aus, das von 10-15 Uhr mit
voller Hitze brannte und das komplette Stadtgebiet lavaartig verschmolz.
Was übrig blieb, war eine Ebene aus Asche.

Strahlung
Atombomben
erzeugen Strahlung. Das ist auch etwas sehr abstraktes, weil wir ansonsten
nichts mit Strahlung zu tun haben. Tschernobyl gab uns jedoch einen
Vorgeschmack. Verstrahlte Schwammerln, verstrahltes Gras, radioaktive
Milch. In der Sekunde der Explosion verstrahlt die Bombe eine großes
Gebiet. Jeder, der den Blitz direkt sieht, wird verstrahlt. Die Strahlung
zerstört Zellen. Der Körper wird schwach und immer schwächer und stirbt
dann. In den ersten Tagen starben daher aufgrund der Verstrahlung viele
Menschen. Die es überlebten, kämpften ein Leben lang gegen die
Nachwirkungen der Verstrahlung. Krebs, Missbildungen der Kinder, körperliche
Beschwerden.
Die
Druckwelle
Die
Druckwelle startet mit Überschall. 3,7 Kilometer erreicht sie in weniger
als 10 Sekunden. Also - zuerst wird man umgepustet, dann erst hört man
den grollend ohrenbetäubenden Explosionslärm der Bombe. Na ja nicht
ganz. Die Druckwelle kommt, und dem Moment wo sie einen umwirft, hört man
natürlich den Überschallknall gleich mit.
Die Druckwelle startet mit 1.500 km/h und entwickelt einen Druck von 35
Tonnen pro Quadratmeter. 3 Kilometer vom Hypozentrum entfernt hatte die
Druckwelle immer noch 110 km/h und 1,3 Tonnen Druck pro Quadratmeter.
Einzelne Brücken stürzten durch den Druck von oben ein. Steinerne Geländer
wurden selbst in 2,3 Kilometern Entfernung noch umgeworfen, Dachziegel in
8 Kilometern Entfernung fielen runter, Glasscheiben barsten in einem
Umkreis von bis zu 27 Kilometern!
Im Umkreis von 800 Metern wurden alle Gebäude zerstört, die Strukturen
von Stahlbetongebäuden blieben stehen. In einem Umkreis von 2 Kilometern
blies die Druckwelle die Türen und Fenster von Betongebäuden samt Rahmen
aus deren Verankerung. Feuer fügte den Strukturen schwersten Schaden zu.

Quellen:
